Lüften & Heizen

Richtiges Lüften und richtiges Heizen gehören zusammen

Der Mensch verbringt etwa 2/3 seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Die Luftfeuchtigkeit, die Raumtemperatur, die Luftqualität und die Luftgeschwindigkeit entscheiden darüber, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen oder nicht. Pro Tag atmet jeder Mensch etwa 20.000 Liter Luft ein und aus. Man atmet also Raumluft, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Staub, Bakterien, Sporen, Gerüche oder auch Zigarettenrauch haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der Luft in Räumen.

Hier erfahren Sie, welche Faktoren rund um das Thema Luftqualität wichtig sind und wie Sie diese verbessern können.

Luftfeuchte

Eine Luftfeuchte von 50 % bei einer Raumtemperatur von 20 °C ist optimal für die Gesundheit. Eine Luftfeuchte von 40 % bis 60 % wird in der Regel als angenehm empfunden. Um die Luftfeuchte zu messen, sind einfache Hygrometer ausreichend, die man schon für etwa 20 EUR bekommt. Beachtenswert sind die Wasserdampfmengen, die wir Menschen abgeben. Pro Tag gibt eine ruhende Person durch die Atemluft und durch Schwitzen etwa 1,0 Liter Feuchtigkeit ab, ein aktiver Mensch etwa 2,5 Liter! So kann bei einer vierköpfigen Familie innerhalb einer Woche eine Wassermenge von etwa 70 Litern zusammenkommen.

Raumluft und Gesundheit

Auswirkungen bei zu geringer Luftfeuchte:

Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknen unsere Schleimhäute aus. So können sich Viren und Bakterien schneller ausbreiten und es kann schneller zu Erkältungen oder Infektionen kommen.

Auswirkungen bei schlechter Luftqualität:

Menschen (und Tiere) atmen nicht nur Kohlendioxid aus, sondern geben permanent auch andere organische Stoffe wie Aceton und Alkohole an die Raumluft ab. Optimale, saubere Luft enthält 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 0,03% Kohlendioxid und 0,93% Edelgase. Steigt der Kohlendioxydanteil der Luft, ermüden wir schneller und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Bei höheren Konzentrationen kann es zu Sehstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen kommen. Eine saubere Luft trägt maßgeblich zum körperlichen Wohlbefinden bei und steigert das geistige Leistungsvermögen.

Raumtemperatur

Viele Menschen fühlen sich bei ähnlichen Temperaturen wohl. Im Wohnbereich sind dies 20 -22 °C, im Bad 23 °C, in der Küche zwischen 18 und 21 °C und im Schlafzimmer 16-18 °C. Jedes Grad weniger spart Heizenergie und Kosten! Achten Sie deshalb darauf, dass die Räume auch nur dann beheizt werden, wenn Sie benutzt werden. Das Schlafzimmer z. B. kann tagsüber gut auf 16 °C abgekühlt werden. Achten Sie darauf, dass die Türen zwischen den einzelnen Räumen geschlossen bleiben. Falls noch nicht vorhanden, installieren Sie programmierbare Thermostatventile. Diese sorgen für die gewünschte Behaglichkeit zur gewünschten Zeit und regeln die Temperatur in den anderen Zeiten entsprechend herunter. So lassen sich bis zu 10 % Energie und Kosten sparen. Achten Sie generell darauf, dass Heizkörper nicht zugestellt werden, sodass die Wärme ungehindert in den Raum abgegeben werden kann. Auch die Raumtermostate dürfen nicht durch Möbel oder Gardinen verdeckt werden, damit sie ordnungsgemäß funktionieren. Nachts kann die Raumtemperatur um etwa 5 °C reduziert werden. Sollten Sie einige Tage nicht zu Hause sein, regeln Sie die Raumtemperatur auf 15 °C herunter. Die Grundlage für effektives Heizen ist natürlich eine gut gewartete Heizungsanlage. Lassen Sie diese am besten vor jeder Heizperiode durch Fachpersonal prüfen.

Schimmelbildung

Sind die Räume zu kalt, wirkt sich das ebenfalls negativ aus. Die Luft kann in so einem Fall weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Dieses Wasser lagert sich dann schnell an den kalten Stellen im Raum ab. Dies sind häufig die Bereiche um die Fenster. Hier finden Schimmelsporen einen optimalen Nährboden und breiten sich schnell aus. Schimmel ist in Wohnräumen nicht akzeptabel. Allergiker können durch Schimmelpilze zusätzlich belastet werden. Weiterhin beeinträchtigt der unappetitliche Geruch das Wohlbefinden. Im Extremfall kann Schimmel die Bausubstanz beeinträchtigen.

Richtig Lüften

Tauschen Sie möglichst viermal täglich die komplette Raumluft aus, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun, Energie zu sparen und um Schimmel vorzubeugen. Optimal ist es, alle zwei Stunden zu Lüften. Öffnen Sie dabei die Fenster so weit es geht, noch besser: Lüften Sie quer, d. h. öffnen Sie ein zweites oder drittes Fenster. Hierbei dauert es etwa 3 Minuten bis die Raumluft komplett ausgetauscht wird. Beim Stoßlüften, also wenn Sie nur ein Fenster öffnen, dauert es etwa 410 Minuten bis die Luft ausgetauscht ist. Da der Mensch im Schlaf besonders viel Feuchtigkeit an die Raumluft abgibt, macht es Sinn, das Schlafzimmer morgens nach dem Aufstehen gründlich zu lüften. Für einen guten Schlaf öffnen Sie die Fenster vor dem Zubettgehen, um den Kohlendioxidgehalt zu senken. Beim Kochen und nach dem Baden oder Duschen sollten Sie die Fenster öffnen, damit die Feuchtigkeit zügig entweichen kann. Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster! Hierbei kühlen die Wände aus und Kondenswasser schlägt sich nieder. Ebenfalls führt dies zu einem erheblichen Energieverlust. Ist die Luft während der Heizperiode in ihren Räumen zu trocken, setzen Sie Luftbefeuchter ein. Pflanzen sind ebenfalls eine Möglichkeit, die Raumluftqualität zu erhöhen.

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