Stauden

Die Definition des Begriffes Stauden stammt aus der botanischen Einteilung. Stauden sind mehrjährige „krautige“ Pflanzen. Krautig bedeutet, dass der oberirdische Teil der Pflanze nicht verholzt und somit abstirbt. Anders als bei den ein- und zweijährigen „krautigen“ Pflanzen können Stauden mit ein wenig Pflege jahrelang als prachtvolle Blüher und Schmuckpflanzen den Garten bereichern.

So kommen Sie zum perfekten Staudenbeet

Der beste Zeitraum, ein Staudenbeet anzulegen, ist von März bis Anfang Mai oder Ende August bis Oktober. Als ersten Schritt sollte man sich genau überlegen, wo das Beet im Garten entstehen soll, wie der Boden an dieser Stelle beschaffen ist, wie viel Licht für die Pflanzen verfügbar ist. Nach diesen Kriterien lassen sich die Stauden zusammenstellen, die entweder bevorzugt im Schatten, Halbschatten oder in der Sonne wachsen, mehr trockene Böden bevorzugen oder aber feuchte, schwere Böden. Sinnvoll ist es, vor dem eigentlichen Pflanzen eine Skizze anzufertigen, in der neben den Arten und Sorten die Pflanzabstände, die Verteilung der unterschiedlichen Höhen und Farben sowie die Blütezeiten zusammengetragen werden.

Durch eine geschickte Kombination der Stauden lässt sich eine Blütenpracht von Januar, z. B. mit Christrosen, bis zum Frost, z. B. mit Herbstastern, erzielen. Stauden werden am besten in Gruppen gepflanzt, wobei die Pflanzabstände häufig zu eng gewählt werden, da die Pflanzen beim Kauf noch recht klein sind. Bei hohen Stauden (z. B. Rittersporn) sollte man 1 – 3 auf einen Quadratmeter setzen, bei mittelhohen Stauden (z. B. Astilben) 4 – 5 Stück und bei niedrigen Stauden (z. B. Blaukissen) 6 – 8 Stück. Um ein Beet aufgelockert erscheinen zu lassen, sollten wenige hohe Stauden, viele mittelhohe und noch mehr niedrige Stauden gesetzt werden. Hohe Stauden sollten nicht nur im Hintergrund stehen, sondern es sollten auch einige wenige in der Mitte oder sogar im Vordergrund gepflanzt werden. Dadurch erzielt man einen lebhaften und natürlichen Staudengarten.

Vor dem Pflanzen ist eine gründliche Bodenvorbereitung erforderlich. Der Boden wird mit einer Grabegabel tief gelockert. Ganz wichtig ist dabei, dass möglichst alle Unkräuter entfernt werden. Die Staudenpflanzung braucht Zeit, um selbständig unliebsame Unkräuter zu verdrängen. Schwere Lehmböden lassen sich durch Einarbeiten von Sand durchlässiger machen, leichter sandiger Boden lässt sich durch Blumenerde oder abgelagerten Kompost verbessern. Zur zusätzlichen Nährstoffversorgung können Hornspäne oder spezieller Staudendünger eingearbeitet werden. Nutzen Sie die Vorbereitungszeit, um die Pflanzen auszutopfen und sie gründlich in Wasser zu tauchen. Im Anschluss werden zuerst die hohen Leitstauden auf das Beet gesetzt, dann die niedrigeren Stauden nach Höhen gruppiert und zuletzt die bodendeckenden Pflanzen eingefügt.

Sind alle Pflanzen richtig verteilt und in Gruppen angeordnet, beginnt das eigentliche Pflanzen. Stark durchwurzelte Ballen werden mit einem Messer aufgeritzt, damit die Stauden besser anwachsen. Die Pflanztiefe entspricht der Anzuchttöpfe. Nach dem Pflanzen werden die Stauden gründlich angegossen.

Stauden in den vier Jahreszeiten

Pflege im Frühjahr

Begonnen wird mit der oberflächigen Bodenlockerung. Dazu eignet sich z. B. ein Kultivator (Dreizahn). Das Beet sollte dabei nicht betreten werden, um eine Bodenverdichtung zu vermeiden. Bei großflächigen Beeten können Trittplatten in das Beet eingesetzt werden. Vor allem die reichblühenden Prachtstauden belohnen diese Belüftung mit verstärktem Wachstum. Mehrmaliges Wiederholen ist anzuraten, besonders nach Starkregen oder dauerndem und mehrmaligem Gießen. Die einjährigen Unkräuter werden bei diesem Arbeitsvorgang entfernt. Durch das Auftragen einer Mulchschicht lassen sich die dauernde Unkrautentfernung sowie das ständige Auflockern reduzieren. 

Dazu wird eine Schicht groben Kompostes aufgetragen. Man sollte nicht vergessen, einen Startdünger (z. B. Hornspäne) zu verwenden, den man vor dem Aufbringen der Mulchschicht auf dem Beet verteilt.

Pflege im Sommer

Bei längeren Trockenperioden durchdringend und bodennah am frühen Morgen oder am Abend gießen, dabei eine weiche Brause benutzen. Hohe Stauden mit schweren Blütenständen, z. B. Rittersporn, Eisenhut, Phlox usw., können mit speziellen Halterungen, wie z. B. Staudenringen, gestützt werden. Verblühte Blütenstände werden immer sofort entfernt, damit ein reichhaltiges Nachblühen erfolgen kann. Bodendeckende Stauden, z. B. Blaukissen und Gänsekresse, werden nach der Blüte zurückgeschnitten. Ein kräftiger Rückschnitt nach der Blüte führt bei einigen Arten zu einer Nachblüte im Spätsommer, z. B. bei Rittersporn, Lupine, Katzenminze und Bunter Frühlingsmargerite. Durch ein Nachdüngen wird der folgende Blütenflor noch verstärkt.

Pflege im Herbst

Im Herbst werden die Stauden bis dicht über dem Boden zurückgeschnitten. Ausgenommen hiervon sind Stauden mit besonders zierenden Frucht- und Samenständen oder auch Gräser. Diese werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten und schmücken bis dahin den Garten vor allem bei Raureif und bei Schnee. Der Boden wird im Herbst ein letztes Mal gelockert und Unkräuter werden entfernt. Vor allem hartnäckige Unkräuter können nach dem Rückschnitt gut gesichtet und entfernt werden.

Pflege im Winter

Der Winterschutz ist besonders zu beachten bei empfindlichen Stauden, wie z. B. Stockrosen und Pampasgras, deren Ursprung in gemäßigten Klimazonen liegt. Bei Gräsern immer die einzelnen Halme zu einem Bündel bzw. Schopf zusammenbinden. Stockrosen werden mit einer dicken Laubschicht vor Frost geschützt. Niemals mit Folie abdecken. Allen Stauden (außer Sumpf- und Wasserpflanzen) sollten möglichst trocken in die Winterruhe gehen. Zu viel an Feuchte birgt die Gefahr des Faulens und somit des Verderbs mit sich.

Standort

Ein standortbezogener Einsatz ist bei Stauden besonders wichtig. Steingarten- oder alpine Stauden gehören in den Geröllgarten. Die Hosta-Stauden dagegen lieben einen humosen, nährstoffreichen Boden. Schattenstauden haben es schwer, wenn man sie an einem sonnigen Standort pflanzt. Mit Standort und Verwendung ergibt sich auch die weitere Pflege. Schnitt- und Prachtstauden benötigen mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich der Wasser- und Düngergaben (am besten verwendet man einen Langzeitdünger). Als sogenannte Starkzehrer haben sie deutlich höhere Ansprüche als Schattenstauden, wie z. B. die genügsamen Farne.

Verjüngungskur für Ihre Stauden

Um über viele Jahre hinweg gesunde, starke und blühfreudige Stauden zu erhalten, ist es unablässig, die Stauden zu „verjüngen“. Dies erreicht man, indem man die Staudenhorste alle drei Jahre ausgräbt und halbiert oder sogar viertelt. Die zerteilten Stauden werden dann in einen neuen, entsprechend vorbereiteten Untergrund gepflanzt. Die Pflanze wird auf diese Weise angeregt, neu und kräftig auszutreiben. Selbst Polsterstauden lassen sich so behandeln, um einen dichten Blütenflor zu erhalten. Immer dann, wenn im Herbst der Rückschnitt ansteht, kann man sehr leicht erkennen, ob die Austriebe auch aus der Mitte kommen. Bei älteren Pflanzen ist die Mitte ausgemergelt und ohne jegliche Triebe. Spätestens dann ist es an der Zeit, die Pflanzen zu teilen.


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