Upcycling mit Jane Pabst

Nachhaltige Ideen clever umsetzen – Upcycling liegt nicht nur bei toom total im Trend. Nachhaltigkeitsjournalistin Jane Pabst zeigte euch beim toom Workshop des Garden & Home Blog Award 2017, wie ihr schönen Dingen eine neue Verwendung gebt. Lernt hier die Gründerin des Online-Magazins “Zweitleben” besser kennen.


Steckbriefinterview Jane Pabst


Name: Jane Pabst
Alter: 34 Jahre
Wohnort: Küsnacht im Kanton Zürich in der Schweiz
Lieblingsjahreszeit: Sommer
Gartenarbeit Like: Früchte ernten, am liebsten Himbeeren vom Strauch pflücken und natürlich frisch naschen
Gartenarbeit Dislike: Unkraut jäten
Lieblingsgartengerät: Schere


Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Auf der Sonnenterrasse im Liegestuhl.

Wie sind Sie zum Gärtnern gekommen?

Durch die Familie, aufgewachsen mit Haus und Garten.

Was war Ihr größtes DIY Projekt?

Das steht noch bevor: der Upcycling-Miniteich aus Resten, Müll und Altmaterialien.

Laufen alle Ihre Projekte immer glatt? 

Nein, bei DIY und Werkeln gibt es auch kleinere Unfälle wie blaue Finger. Das nimmt man in Kauf, denn oft entsteht beim kreativen Arbeiten etwas sehr Faszinierendes: Ich beginne mit einer konkreten Upcycling-Idee, will beispielsweise aus Tapetenresten Briefumschläge basteln und am Ende kommt etwas anderes heraus, in dem Fall eine sehr dekorative Pinnwand fürs Büro.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Online-Magazin “Zweitleben”?

Eine Plattform zu schaffen, auf der ich Ideen vorstelle und somit aufzeige, welch kreativen und auch nützlichen Dinge aus Müll entstehen können.

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit und was verbinden Sie mit Upcycling?

Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig. Ich wuchs in einem sächsischen Dorf auf, entwickelte früh sehr viel Achtung und Respekt vor der Natur. Als kleines Mädchen fischte ich schon Müllreste aus unserem Dorfteich, weil ich das einfach unmöglich fand. Irgendwann begann ich auf Omis Dachboden nach alten Dingen Ausschau zu halten, die sie nicht mehr benötigte und funktionierte sie um. Ich nahm eine alte Hutschachtel als Box für interessante Zeitungsartikel, aus alten Stoffresten nähte Omi für mich Gardinen, die ich mit unbrauchbaren Gürtelschnallen verzierte. Später als Journalistin recherchierte ich immer mehr zu diesem Konzept „Aus Alt mach Neu“, sah, was alles möglich ist und bündelte diese Ideen auf meinen Blog. Ich möchte gern aufzeigen, wie man mittels Upcycling vermeintlichen Müll neu denken, neu betrachten kann. Als eine Ressource, als einen Grundstoff, dem man eine neue Funktion und Aufgabe geben kann. Das fängt im Alltag bei ganz banalen Dingen an. Kauft man sich beispielsweise Weintrauben in dieser Plastikbox, könnte man dieses robuste Gehäuse als kleines Kressehäuschen für die Fensterbank weiter- und wiederverwenden. Die Samen gedeihen prächtig darin. Oder als ich neulich in einem Restaurant essen war, gab es sehr dekorative Tischsets als Unterlagen. Viel zu schade für den Papierkorb. Also nahm ich sie mit nach Hause und bastelte daraus Briefumschläge. 

Was finden Sie so besonders spannend daran?

Am Upcycling fasziniert mich seit Jahren ungebrochen diese unglaubliche Vielfalt an Ideen, wie Müll neu genutzt werden kann: Vom ausgedienten Feuerlöscher, der in einen Sandwich-Maker umgebaut wurde, von leeren Plastikflaschen, die das Gehäuse für kleine Tischlampen bilden, von defekten Schwimmflügeln, die in Form einer Umhängetasche weiter existieren.

Haben Sie einen Tipp für unsere Kunden? 

Upcyceln kann jeder, auch ohne, dass man besonders kreativ sein muss bzw. nähen oder schneiden können muss. Es gilt einfach, ein wenig bewusster hinzuschauen. Die Dinge, die man täglich benutzt und irgendwann wegwerfen würde, mit anderen Augen zu sehen. Wenn die Shampooflasche ausgeleert ist und sie normalerweise sofort in den Müll wandert, vielleicht einmal kurz innehalten, sich hinterfragen, ob man sie nicht noch weiter benutzen könnte. Das Gehäuse ist meist sehr robust und mit einem Cuttermesser lässt sich daraus in wenigen Minuten eine Stiftebox herausschneiden, die man sogar noch ganz witzig als kleines Monster gestalten kann. Im Internet findet man ganz viele Anregungen und Anleitungen dazu. 

Haben Sie schon Ihr nächstes Projekt geplant? 

Ja, es wird noch 2017 ein Zweitleben-Onlineshop eröffnen, in dem ich meine eigens entworfene Upcycling-Kollektion anbiete.

Jetzt weitersagen