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Fliesen bewähren sich an Wänden und auf dem Boden seit Jahrhunderten durch Hygiene, Strapazierfähigkeit, leichte Pflege und natürlich ihre ganz besondere Ästhetik.
Die Auswahl ist riesig, und wir helfen Ihnen gerne, den Favoriten für Ihre individuellen Wünsche und Anforderungen zu finden.
Die Arbeit mit Fliesen ist leichter, als man denkt. Fliesen sind kein Porzellan. Sie platzen oder reißen nicht, wenn man sie zuschneidet.
Materialbedarf
Vermessen Sie vor dem Einkauf die zu fliesende Fläche und überlegen Sie, wie Sie die Fliesen anordnen möchten. Aus ästhetischen Gründen sollten Sie darauf achten, dass Sie die Fliesen symmetrisch verlegen. Bestimmen Sie anhand dieser Kriterien Ihren Materialbedarf.
Untergrund
Die Vorbereitung des Untergrunds ist beim Verlegen der Fliesen sehr wichtig. Kleine Unebenheiten bleiben sonst später sichtbar und stören. Der Untergrund muss sauber - also auch staubfrei, trocken, eben und tragfähig sein. Unebenheiten lassen sich durch Bodenausgleichsmasse angleichen; Risse müssen verspachtelt werden. Sind Spanplatten oder Dielenböden der Untergrund, sollten diese fest verschraubt sein. Schwingungen werden durch eine Entkopplungsplatte vermieden.
Grundieren
Jeder Untergrund muss grundiert werden. Mit Hilfe eines Pinsels oder einer Farbrolle verteilen Sie Tiefengrund, Haftemulsion oder bei Nassräumen eine tief wirkende Sperrgrundierung.
Zuschnitt
Für den Zuschnitt der Fliesen benötigen Sie ein Fliesenschneidegerät. Mit diesem ritzen Sie die Fliesen auf der Oberseite an und können sie dann über der Kante brechen. Für runde Zuschnittstellen verwenden Sie eine Fliesenkneifzange (Papageienschnabel), mit der Sie nach und nach eine Öffnung herauskneifen, oder verwenden Sie eine Bohrmaschine mit Lochfräseaufsatz.
Verlegetechniken
Bevor Sie beginnen, sollten Sie sich entscheiden, wie genau die Fliesen verlegt werden.
Rechtwinklig: Spannen Sie eine parallele Richtschnur aus der Mitte einer Seitenwand. Sie orientieren eine seitliche Fuge an der gespannten Richtschnur und legen eine Fliesenreihe an der Richtschnur entlang. An der Stirnseite des Raumes fahren Sie mit dem Verlegen fort (L-Form, auf dem Kopf stehend).
Diagonale Verlegung: Durch eine Quer- und eine Längsachse, die Sie ausgehend von den Mittelpunkten der Raumseiten ermitteln, bestimmen Sie den Raummittelpunkt im Schnittpunkt der beiden Achsen. Ermitteln Sie mit einem Winkeleisen den 45-Grad-Winkel für eines der vier Raumrechtecke. Entlang dieser 45-Grad-Achse legen Sie die erste Fliesenbahn. Wir empfehlen, die Fliesen vor dem eigentlichen Verlegen testweise auszulegen, um die Wirkung zu begutachten.
Bei Bodenfliesen: Vermessen des Raumes
Vermessen Sie die Grundfläche des Raums und ermitteln Sie exakt die Raummitte. Ordnen Sie die Fliesen testweise im Kreuz an.
Bei Bodenfliesen: Fliesenkleber
Es empfiehlt sich, anmachfertigen Fliesenkleber zu verwenden. Nach einer Reifezeit können Sie ihn mit einer Kelle oder Traufel auf den Untergrund auftragen. Beim Verlegen auf Spanplatten oder über einer Fußbodenheizung benötigen Sie Flexkleber.
Bei Bodenfliesen: Kleberfläche
Tragen Sie mit einem Zahnspachtel den Kleber zu einer ebenen Fläche von ca. 1 bis 1,5 m² auf. Die Zahnung des Spachtels sollten Sie von der Fliesenrückseite, der Größe der Fliesen und dem Untergrund abhängig machen.
Bei Bodenfliesen: Richtschnur
Spannen Sie zur Orientierung eine Richtschnur (bei rechtwinkligen Räumen parallel zu den Seitenwänden), um die Raummitte zu ermitteln. Die erste Fliesenreihe verlegen Sie entlang der Schnur und orientieren entweder die Mitte der Fliese oder eine Fuge an dieser Richtschnur. Die zweite Fliesenreihe legen Sie an einer anliegenden Wand entlang, so dass sich eine L-Form ergibt.
Bei Bodenfliesen: richtig legen
Den richtigen Abstand zwischen den Fliesen erreichen Sie mit Fliesenkreuzen. Mit einer leichten Drehbewegung drücken Sie die Fliesen in das Kleberbett.
Bei Bodenfliesen: Sockelleisten und Raumübergänge
Beim Anbringen einer Sockelleiste lassen Sie mindestens eine Fugenbreite Abstand zwischen der Unterkante der Sockelleiste und der Bodenfliese. Auch bei Übergängen zu anderen Räumen sollte die Breite der Dehnungsfuge beibehalten werden.
Bei Wandfliesen: Untergrund bei Wandfliesen
Möglicher Untergrund für Wandfliesen sind andere Fliesen, Gipskartonplatten, Gipsputz, Faserzementplatten, Porenbetonmauerwerk oder feuchtigkeitsbeständige Spanplatten.
Bei Wandfliesen: Grundlinie
Die erste Fliesenreihe wird bei Wandfliesen an einer senkrechten und einer waagerechten Grundlinie entlang verlegt, die Sie zuvor an die Wand gezeichnet haben. Sie beginnen waagerecht oberhalb der Linie und verlegen anschließend an der Senkrechten entlang (in Form eines T, das auf dem Kopf steht). Wichtig ist, dass Sie auf die symmetrische Verteilung der Fliesen achten.
Bei Wandfliesen: Kleber
Nach der angegebenen Reifezeit können Sie den anmachfertigen Pulverkleber gleichmäßig auf die Wandfläche auftragen und ihn mit einem Zahnspachtel zu einer ebenen Fläche spachteln. Auf Untergründen wie Spanplatten oder alten Fliesen empfehlen wir einen Kleber für hohe Beanspruchung (z. B. Flexkleber). Die Zahnung des Spachtels sollten Sie von der Fliesenrückseite, der Größe der Fliesen und dem Untergrund abhängig machen.
Bei Wandfliesen: richtig legen
Sie beginnen vom Mittelpunkt aus zu fliesen. Den richtigen Abstand zwischen den Fliesen erreichen Sie mit Fliesenkreuzen. Mit einer leichten Drehbewegung drücken Sie die Fliesen in das Kleberbett. Wenn nur ein Teil der Wand gefliest wird, empfehlen wir, von unten nach oben zu fliesen. Ansonsten empfiehlt es sich, waagerecht eine Richtlatte anzubringen und von dieser aus nach oben zu verlegen. Durch die Richtlatte verrutschen die Fliesen nicht nach unten. Bei Außenecken sollten Sie immer mit ganzen Fliesen außen beginnen und eventuell ein Eck- oder Abschlussprofil setzen.
Bei Wandfliesen: gerade und fest
Vergewissern Sie sich von Zeit zu Zeit anhand der Fliesenkreuze, dass die Lage stets waagerecht ist und schauen Sie nach, ob die Fliesen mit genügend Kleber befestigt sind (80 % Bedeckung ist erforderlich).
Bei Wandfliesen: Dekorfliesen
Den oberen Flächenabschluss könne Sie mit Dekorfliesen oder Bordüren individuell verschönern.
Bei Natursteinfliesen: Materialunterschiede
Bei Marmor, Granit, Travertin und anderen Natursteinen gibt es von Stein zu Stein Abweichungen in Farbe und Struktur. Generell ist zu beachten, dass die Verwendung von Natursteinfliesen auch den Einsatz von weißem (auf keinen Fall farbigem oder grauem), für Naturstein geeigneten Mörtel erfordert.
Bei Natursteinfliesen: Mörtel
Beim Kauf des Steins sollten Sie sich gezielt nach einem passenden Mörtel und der richtigen Technik des Verfugens erkundigen, da diese je nach Material und Oberflächenbehandlung variieren.
Bei Natursteinfliesen: Mörtel auftragen
Falls Ihre Fliesen eine unterschiedliche Dicke aufweisen, sollten Sie im sog. „Mittelbett“ (2–5 cm) einen grobkörnigen Mörtel wählen. Sind die Fliesen gleich dick, können Sie einen feinen Mörtel mit sog. „Dünnbett“ (ca. 1 cm) wählen. Mit einem Zahnspachtel, welcher der Dicke des Mörtels gemäß gewählt werden sollte, streichen Sie die Klebermasse glatt.
Bei Natursteinfliesen: Zuschnitt bei Natursteinfliesen
Für den Zuschnitt von Natursteinfliesen benötigen Sie einen Sägetisch mit Diamantblatt und Wasserkühlung. Wichtig: Bei dieser Arbeit sollten Sie zur Sicherheit Handschuhe und Schutzbrille tragen. Bei Verwendung von Marmorfliesen empfehlen wir, diese nass zu schneiden. Nach dem Schneiden sollten Sie allerdings die Schnittkanten sofort mit einem Lappen trocken wischen. Beim Zuschnitt von Löchern verwenden Sie eine Bohrmaschine mit einem geeigneten Lochfräseaufsatz. Aussparungen erzeugen Sie mit einem Winkelschleifer mit segmentierter Diamantscheibe.
Bei Natursteinfliesen: Sockelleisten und Raumübergänge
Beim Anbringen einer Sockelleiste lassen Sie mindestens eine Fugenbreite Abstand zwischen der Unterkante der Sockelleiste und der Bodenfliese. Tragen Sie den Mörtel direkt auf die Sockelfliese auf und verwenden Sie Holz oder Pappstreifen, um den Fugenabstand zu den Fliesen zu erhalten. Auch bei Übergängen zu anderen Räumen sollte die Breite der Dehnungsfuge beibehalten werden. Übergangsschienen kommen als Übergang zu anderen Fußbodenbelägen zum Einsatz.
Bei Natursteinfliesen: wichtig beim Verfugen von Naturstein
Achten Sie beim Naturstein darauf, auch einen geeigneten Mörtel (also einen Natursteinmörtel oder Marmorsilikon) zu verwenden. Das Verfahren ist dasselbe wie beim Verfugen allgemein.
Verfugen: Fugenmörtel
Es ist wichtig, dass Sie den Fugenmörtel auf den verwendeten Kleber abstimmen. Wenn Sie Flexkleber verwendet haben, sollten Sie auch flexiblen Fugenmörtel verwenden. Säubern Sie die Fugen vor dem Verfugen mit einem Holzkeil.
Verfugen
Tragen Sie Handschuhe bei der Arbeit mit Fugenmasse. Mischen Sie den Mörtel nach der Anleitung des Herstellers. Wenn der Mörtel die Konsistenz eines sämigen Breis erreicht hat, schütten Sie die Fugenmasse auf die Fliesen und arbeiten die Masse mit einem Fugengummi diagonal in die Fliesenzwischenräume ein. Es sollte kein Überschuss an Masse auf den Fliesen bleiben. Deshalb entfernen Sie diesen mit einem Gummiwischer und wischen den Mörtelschleier mit einem feuchten Schwamm ab.
Eckfugen
Bei Eck-, Dehn- und Anschlussfugen arbeiten Sie nicht mit Mörtel, sondern verwenden Sie dauerelastische Dichtmasse wie z. B. Silikon. Kleben Sie hierzu die Fugenränder ab und tragen Sie das Silikon mit einer Kartusche auf. Zum Glattstreichen ziehen Sie Ihren mit Spülmittel benetzten Daumen über die Silikonspur und ziehen das Klebeband seitlich von der Fuge weg. Je nach verwendetem Material beachten Sie bitte die spezifischen Herstellerhinweise.
Sockelfliesen verfugen
Wenn Sie Sockelfliesen anbringen möchten, machen Sie dies als Letztes mit einem Spachtel, Fugengummi oder einfach per Hand.
Säubern
Sie können den Mörtelschleier erst leicht antrocknen lassen, bevor Sie ihn mit einem weichen Schwamm oder einem Schwammbrett wegwischen. Bitte verwenden Sie keine scharfen Reiniger oder Schwämme mit kratzigen Oberflächen.
Polieren
Als letzten Schritt zu den neuen Fliesen sollten Sie noch einmal mit einem trockenen und weichen Tuch die letzten Mörtelreste wegpolieren, um Rückstände zu verhindern.